Einen unglaublichen Thriller gibt es in der restlos ausverkauften KE KELIT Arena zu bestaunen. Die Rittner Buam sind der erwartet harte Gegner, gehen dreimal in Führung und fordern die Eisbären enorm. Der EKZ zeigt aber schier endlose Moral, steckt mehrere Rückschläge weg, gleicht Sekunden vor dem Spielende noch aus und gewinnt im Penaltyschießen. Was für eine Stimmung, was für ein Spiel, ein großartiger Abschluss dieses Jahres.
Restlos ausverkauftes Haus und prickelnde Stimmung vor dem heutigen Match. Mit dem finnischen Star-Goalie Antti Raanta, dem ehemaligen EKZ-Coach Jukka Vienonen sowie FC-Bayern-Sportdirektor Christoph Freund ist auch hoher Besuch zu Gast.
Beiden Teams fehlen einige Spieler, bei Ritten ist etwa Einserkeeper Furlong nicht mit dabei, beim EKZ sind es Cuma, Jennes, Szypula, Fechtig und Prodinger, die nicht mitwirken können.
Gewonnenes Bully der Eisbären und los geht’s. Gleich ein hektischer Start, Ritten meldet sich sehr körperbetont an, die ersten Gelegenheiten hat aber Coffman. Dann ein Schockmoment nach zwei Minuten. Alex Oberrauch checkt Putnik gegen die Bande. Der Zeller Torjäger mit einem harten Einschlag, er bleibt erst verletzt liegen und muss dann das Eis verlassen. Das sah nicht gut aus, hoffentlich ist da nicht mehr passiert, weitermachen kann er heute nicht. Stiegler hat die nächste Tormöglichkeit nach Zuckerpass von Tomazevic, Cuglietta ist auf der Gegenseite erstmals für die Gäste gefährlich, Schmidt pariert aber hervorragend. Die Chancen halten sich ungefähr die Waage, einmal ist der EKZ aus kurzer Distanz gefährlich, dann wieder Ritten nach einem Konter über Öhler. Auch zum Drittelende hin gibt es noch einmal gute Gelegenheiten, es geht aber torlos in die erste Pause.
Im Mitteldrittel gleich eine Strafe gegen Pallierer, Alarmstufe Rot gegen das beste Powerplay der Liga. Tatsächlich gehen die Gäste in Führung. Welychka mit einem schönen Schuss über die Innenstange, die anschließende Provokation eher überflüssig. Weiterhin viele Torgelegenheiten, Stieglers Versuch ist zu unplatziert, Widen mit einem Schlagschuss – Plattner hält. Graf ist dann für Ritten gefährlich. Insgesamt machen es die Südtiroler den Eisbären sehr schwer, viele geblockte Schüsse, voller Körpereinsatz und wenig Raum im Slot. Tomazevic fälscht einen Pallierer-Schuss beinahe ins Tor ab, die fast 2.900 Fans müssen weiter auf den ersten Treffer der Heimmannschaft warten. Es bleibt hitzig und intensiv, viele Zweikämpfe und Checks. Ritten gelingt das 2:0. Eigentlich nur ein Befreiungsschlag, aber unsaubere Zuordnung und zu wenig energisch attackiert – aus spitzem Winkel das Tor. Schmid trifft die Außenstange für Blau-Gelb, der Puck will nicht ins Tor. In der 35. Spielminute ist der Bann dann gebrochen. Pallierer bringt die Scheibe aufs Tor, Coffman steht am langen Pfosten – 1:2. Noch einmal Pallierer mit einem Schuss, Unterlatte und knapp vor die Torlinie. Die Schiedsrichter entscheiden wohl korrekt auf No Goal. Der Ausgleich gelingt kurz darauf dennoch, Wilfan mit dem Wrap-around und Tor, 2:2 kurz vor Drittelende.
Im Schlussabschnitt setzt es gleich einmal eine kalte Dusche, Madsen stellt auf 3:2 für Ritten. Dann ein überharter Einstieg von Tauferer, er checkt Tomazevic übel zur Bande. Die Nummer 11 der Eisbären muss kurz behandelt werden, kann aber weitermachen, der Übeltäter wird vom Spiel ausgeschlossen. Im fünfminütigen Powerplay wieder ein aberkanntes Tor des EKZ, Coffman setzt Huard ein, der Kanadier zieht in die Mitte und versucht es durch die Beine von Plattner. Der Puck war wohl wieder knapp nicht über der Linie, wahrscheinlich auch dieses Mal eine korrekte Entscheidung. Es bleibt kurios: Als die Strafe gerade abläuft, bleibt der Rittner Spieler mit seinem Schläger an der Strafbank hängen und vertändelt so wertvolle Sekunden. Die nutzen die Zeller, Coffman zieht über rechts ins Angriffsdrittel, Pass auf Huard und der Eisbären-Spielmacher mit dem 3:3. Keine Zeit durchzuschnaufen, hier hält es niemanden mehr auf seinen Sitzen und die KE KELIT Arena gleicht einem Tollhaus. Erneut melden sich aber auch die Gäste stark zurück. Widhalm vorne gerade noch mit der Chance, dann Gegenstoß und Kostner mit dem Breakaway. Der Kapitän der Gäste macht das klasse und netzt zum 4:3 für die Buam. Dieser Treffer sitzt, die Eisbären brauchen eine Weile, um sich wieder Gelegenheiten zu erarbeiten. Wilfan mit einem gefährlichen Abfälscher und Widen mit einem Schlagschuss. Reiner kann nach einem harten Check gegen ihn kaum noch stehen, hier gibt wirklich jeder alles. Stange Zauner, bereits in der letzten Minute. Tormann vom Eis, volles Risiko, Strafe Ritten, noch zwölf Sekunden zu spielen und da ist tatsächlich noch der Ausgleich! Tomazevic krönt seine starke Leistung und trifft zum 4:4!
Overtime – da ist Ritten eindeutig gefährlicher, Alexander Schmidt hält sensationell und sichert dem EKZ das Penaltyschießen. Wilfan trifft, Welychka streift über die Scheibe, kein Tor. Huard trifft ebenfalls, großer Druck jetzt auf Rittens Crespi. Der Rittner Verteidiger läuft an und scheitert an Alexander Schmidt! Heimsieg EKZ, Riesenjubel im Stadion und ein toller Jahresausklang unserer Eisbären.
Angreifer Leon Widhalm: „Ich denke die ganze Mannschaft hat heute alles gegeben, nicht aufgehört zu kämpfen und richtig Charakter gezeigt. Zu meinem Comeback kann ich mir nichts Besseres vorstellen als so ein Spiel – hat richtig Spaß gemacht.“
ALPS HOCKEY LEAGUE | Regular Season | SAISON 2025/2026 | Runde 27
EK Zeller Eisbären vs. Rittner Buam Skyalps 5:4 n.P. (0:0/2:2/2:2/0:0/1:0)
Di, 30.12.2025 | 19:30 Uhr, KE KELIT Arena Zell am See
Torfolge:
0:1 | 23.| WELYCHKA Brett (PP1)
0:2 | 30.| FELICETTI Leonardo (EQ)
1:2 | 35.| COFFMAN Tim (EQ)
2:2 | 39.| WILFAN Maximilian (EQ)
2:3 | 44.| MADSEN Patrick (EQ)
3:3 | 50.| HUARD Nick (EQ)
3:4 | 52.| KOSTNER Simon (EQ)
4:4 | 60.| TOMAZEVIC Blaz (PP1)
5:4 | 65.| WILFAN Maximilian (PS)
ZS: 2890 (sold out)