In einer vollen KE KELIT Arena traf das Österreichische Nationalteam gestern auf unseren Lieblingsnachbarn Deutschland. Die Gäste hatten das etwas glücklichere Ende für sich und konnten knapp mit 3:2 gewinnen, die Leistung stimmt aber positiv für die anstehende WM.
Nachdem es 28 Jahre lang kein Länderspiel in Österreich gegeben hatte, gastiert der ÖEHV nun bereits im zweiten Jahr in Folge in Zell am See, um sich optimal auf die anstehende Weltmeisterschaft vorbereiten zu können. Der Pinzgau ist stolz das Nationalteam zu Gast zu haben und die zahlreichen Fans in der KE KELIT Arena erlebten eine spannende Partie, auf hohem Niveau.
Ein abwechslungsreiches, ungefähr ausgeglichenes erstes Drittel endet, trotz guter Torchancen auf beiden Seiten, ohne Treffer. Sehr auffällig: der aggressive Forecheck von rot-weiß-rot durch den man sich einige Möglichkeiten erarbeiten konnte. Im zweiten Drittel geht Deutschland etwas aus dem Nichts in Führung und baut den Vorsprung im Powerplay prompt auf 2:0 aus. Österreich bleibt aber dran und verkürzt durch Paul Huber, genau mit Ablauf einer Strafe und Sekunden vor der Pausensirene auf 1:2. Im Schlussabschnitt haben die heimischen Cracks ein Powerplay. Clemens Unterweger, der bereits zum ersten Treffer assistierte und seine großartige Karriere einst in Zell am See begonnen hat, bekommt den Puck und erzielt mit einem wuchtigen Schlagschuss den 2:2 Ausgleich in Minute 56. Wie im Vorjahr sieht es ganz nach einer Verlängerung aus, die Österreicher sind dann aber in einer Szene etwas unkonzentriert und Deutschland gelingt noch das 3:2. Trotz einer beherzten Schlussoffensive holen sich unsere nördlichen Nachbarn den Auswärtssieg.
Teamchef Roger Bader ist mit dem Auftritt seiner Mannschaft „mehrheitlich zufrieden“ und sah eine „gute, intensive Partie, so wie wir es uns gewünscht und auch erwartet haben“.
Die Zeller Fans konnten zahlreichen Topspielern auf die Schlittschuhe schauen, viele davon kennen die KE KELIT Arena bereits. Bei Deutschland hat etwa Philipp Sinn schon Derbyluft geschnuppert, er spielte mit den Red Bull Hockey Juniors bereits im Salzburger Derby gegen den EKZ. Bei Österreich gab es mehrere Spieler mit Bezug zu Zell am See. Ersatztorhüter Florian Vorrauer, die Verteidiger Thimo Nickl, David Maier, Paul Stapelfeldt, Gregor Biber und die Stürmer Nikolaus Kraus, Nico Feldner, Paul Huber und Lucas Thaler spielten allesamt in der Alps Hockey League, und waren unter anderem hier zu Gast. Lukas Kainz hat 2015-16 sogar 18 Spiele, in der damaligen INL, für die Eisbären absolviert. Clemens Unterweger - „im Großen und Ganzen können wir mit der Partie zufrieden sein“ - wurde bereits erwähnt, seine Profi-Karriere begann im Pinzgau. Erstligaschiedsrichter mit WM-Erfahung David Nothegger, gestern als Linesman im Einsatz, kennt als gebürtiger Piesendorfer und ehemaliger Nachwuchscrack der Eisbären die KE KELIT Arena auch bestens. Alle Augen gerichtet waren aber natürlich auf Benjamin Baumgartner, den gebürtigen Zeller und Schweiz-Legionär, der erstmals im Profi-Eishockey in Zell am See aufgelaufen ist. Tor war ihm zwar keines vergönnt, der, seit drei Tagen, 25-Jährige zählt aber zu den absoluten Leistungsträgern im Nationalteam und erzielte z.b. im Vorjahr, bei der WM den 3:2 Siegtreffer gegen die Eishockeygroßmacht Finnland, in der letzten Spielsekunde.
Diese vielfältigen Verbindungen zu Zell am See, der starke Besucherandrang, der errungene Meistertitel in der Alps Hockey League und nicht zuletzt das derzeit parallel stattfindende World Tournament zeigen, dass die Bezeichnung „Hockeytown“ keine leere Worthülse ist, sondern im Pinzgau gelebt wird. Auch ORF Experte Peter Znenahlik hielt gestern fest, dass Zell am See keine „kleine“ Eishockeystadt sei und es speziell für junge Spieler enorm wichtig sei sich hier weiterentwickeln zu können.
Nach einem solchen Eishockeyerlebnis gilt es ein großes Danke an all jene zu entrichten, die dieses Länderspiel ermöglicht haben und bei der Umsetzung mitgewirkt haben. Zell am See hat sich wieder als Hockeytown präsentiert, es war beste Werbung für den EK Zeller Eisbären, die 100° Freizeit und den Österreichischen Eishockeyverband. Das World-Tournament, fand parallel statt, danke an das Komitee für die gute Zusammenarbeit, ebenso wie ein Danke an den Salzburger Eishockey Verband. Ebenfalls großartig der Einsatz der vielen Helfer, nach einer langen Saison noch einmal so einen Kraftakt zu stemmen, danke! Zuletzt wünschen wir unserem Nationalteam viel Erfolg bei der anstehenden WM.