Die Eisbären zeigen beim heutigen Derby gegen die Kitzbüheler Adler eine starke Leistung, kämpfen über 60 Minuten und machen die Tore zum richtigen Zeitpunkt. 4:1 der Endstand, damit drei Punkte, Tabellenplatz drei und die Fixierung der Finalteilnahme in der Österreichischen Meisterschaft.
Großartige Stimmung schon lange vor dem Eröffnungsbully im Kitzbüheler Sportpark. Volles Haus, ein bestens gefüllter Zeller Auswärtsblock und ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften – alles ist angerichtet für ein heißes Derby. Beim EKZ fehlen heute Szypula, Egger, Schultes und Reiner (holt bei der U-20-WM Bronze in der Division 1A). Wieder mit dabei sind dafür Tyler Cuma, Leon Widhalm, Alexander Rupnik und auch Tim Coffman. Zusätzliche Unterstützung für die Verteidigung gibt es in Form von Meistercrack Lorenz Lindner vom Kooperationspartner Vienna Capitals. Bei Kitzbühel ist das Lazarett auch gut gefüllt, gleich mehrere Leistungsträger, darunter Matzka und Fröwis, fallen heute aus.
Ein wilder Beginn in dieses Derby, Kitzbühel mit einer Großchance in der ersten Minute, Alexander Schmidt pariert glänzend. Gleich danach auch der EKZ brandgefährlich: Eine Zwei-gegen-null-Situation von Stiegler und Wernicke wird aber zu fahrig gespielt. In Führung gehen dann die Adler nach sieben Minuten. Zell ist im eigenen Drittel nicht energisch genug, Pass vors Tor und Kapitän Hochfilzer mit dem 1:0. Die Eisbären zeigen eine Reaktion und erspielen sich eine Vielzahl an Gelegenheiten. Nach einem Huard-Schuss ist keiner für den Rebound da, ein Versuch von Steffler wird noch gefährlich abgefälscht und Wilfan probiert’s aus kurzer Distanz, aber spitzem Winkel. Dann sind wieder die Tiroler gefährlich – Podlipnik testet Schmidt. Der Ausgleich gelingt nach einem guten Forecheck von Tomazevic, der den Puck in der gegnerischen Zone erobert, kurz verzögert und dann gut querlegt auf Jennes. Die Nummer 23 knallt die Hartgummischeibe unhaltbar via Unterlatte ins Tor zum 1:1. Alle Comebackler zeigen eine gute Leistung. Leon Widhalm spielt, als wäre er nie weg gewesen, fährt jeden Check zu Ende, wirft sich in jeden Zweikampf und geht den Gegenspielern unter die Haut. Auch Tim Coffman merkt man die lange Pause nicht an, er skatet leichtfüßig wie eh und je übers Eis und ist kaum von der Scheibe zu trennen. Es gibt dann noch ein paar Gelegenheiten, unter anderem eine Mehrfachchance der Einserlinie um Huard, Coffman und Putnik, nach 20 Minuten steht es aber 1:1.
Wieder sind es die Kitzbüheler, die die erste große Chance im Mitteldrittel haben. Kurz danach aber die erste Strafe der Partie nach einem Wechselfehler der Hausherren. McCollum im Kasten der Gamsstädter mit einem Big Save, die Eisbären können kein Kapital aus der Überzahl schlagen. In weiterer Folge gibt es Gelegenheiten hüben wie drüben, beide Keeper zeigen, warum sie zu den besten der Liga gehören. Waren die Eisbären im ersten Drittel vielleicht eine Spur besser, ist es jetzt ein komplett ausgeglichenes Match. In einer Phase, in der die Gamsstädter vielleicht sogar leichtes Oberwasser haben, eine weitere Strafe, ein zweites Powerplay für den EKZ. Putnik ist heute vor dem Tor sehr lästig und ein ständiger Unruheherd. Er gerät in einen kleinen Raufhandel und zum Schluss des Mittelabschnitts gehen die Emotionen hoch. Der Spielstand nach 40 Minuten: weiterhin 1:1.
Das dritte Drittel müssen die Eisbären in Unterzahl angehen, gleich eine kritische Phase in diesem Spiel also. Zell am See übersteht die Strafzeit und sucht dann sofort den Weg nach vorne. Jennes und Tomazevic mit gefälligem Zusammenspiel hinter dem gegnerischen Tor. Der Pass in die brenzlige Zone, Wilfan ist frei – Tor, 2:1 für den Meister. Der EKZ nimmt den Schwung mit. Huard mit einem astreinen Faceoffgewinn, Widen holt zum Schlagschuss aus, Traumtor, genau unter die Querlatte – 3:1! Widhalm dann fast mit dem 4:1, tolle Parade von McCollum. Zwar gibt es eine Schlussoffensive der Kitzbüheler, sie setzen sich gut im Angriffsdrittel fest, versuchen noch einmal alles und erarbeiten sich ein paar Chancen. Wie schon so oft in dieser Saison sind die Zeller aber sehr stark darin, einen Vorsprung herunterzuspielen. Enge Verteidigung im Slot und ein bestens aufgelegter Alexander Schmidt verhindern den Anschlusstreffer. Die endgültige Entscheidung fällt in Minute 55. Guter Gegenangriff über Tomazevic, Jennes mit einem klasse Abschluss zum 4:1-Endstand. Der Kitzbüheler Schlussmann verhindert ein höheres Endergebnis, der Derbysieg ist aber auch so in trockenen Tüchern. Ein wichtiger Erfolg, der die Finalteilnahme an der Österreichischen Meisterschaft (gegen Salzburg) sicherstellt und die Eisbären wieder auf Platz drei vorrücken lässt. Weiter geht es mit dem Heimspiel gegen Gröden am kommenden Donnerstag.
Kapitän und Torschütze Maximilian Wilfan: „Es war extrem wichtig, nicht nur für die Tabelle, sondern auch im Hinblick aufs Finale der Österreichischen Meisterschaft. Wir haben die ersten zehn Minuten ein wenig verschlafen, da war Kitzbühel eine Spur besser. Dann haben wir aber immer besser ins Spiel gefunden. Haben zwar noch bis ins dritte Drittel gebraucht, um die Tore zu machen, waren aber geduldig und haben das Spiel dann konsequent durchgezogen. Die Fans waren auch super, großartige Unterstützung, sie haben einen großen Teil zum heutigen Erfolg beigetragen. Wir freuen uns über die drei Punkte und den Einzug ins Finale.“
ALPS HOCKEY LEAGUE | Regular Season | SAISON 2025/2026 | Runde 21
EC die Adler Kitzbühel vs. EK Zeller Eisbären 1:4 (1:1/0:0/0:3)
Sa, 13.12.2025 | 19:30 Uhr, Sportpark Kitzbühel
Torfolge:
1:0 | 07.| HOCHFILZER Henrik (EQ)
1:1 | 14.| JENNES Christian (EQ)
1:2 | 43.| WILFAN Maximilian (EQ)
1:3 | 44.| WIDEN Fredrik (EQ)
1:4 | 55.| JENNES Christian (EQ)
ZS: 1349
Foto: (c) Alexander Schwaninger