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ZWISCHEN STOLZ UND ENTTÄUSCHUNG – SAISONRÜCKBLICK DER EISBÄREN

MO, 13.04.2026  |  13:15 Uhr

Eine Saison mit vielen Höhepunkten findet für die Zeller Eisbären ein abruptes Ende im Halbfinale. Trotz der Enttäuschung über das Ausscheiden bleibt eine Spielzeit, in der sich der EKZ erneut in der Spitzengruppe der Alps Hockey League behauptet und den österreichischen Meistertitel holt.

 

Umbruch im Sommer, Verletzungen prägen das Bild, dennoch starker Grunddurchgang

Der EKZ startete als amtierender Meister, aber doch mit einem gewissen Umbruch im Kader, in die Saison 2025/26. Einige Spieler sind in höhere Ligen gewechselt oder haben ihre Karriere beendet. Gleich geblieben ist hingegen das Trainerteam rund um Marcel Rodman als Headcoach, Christoph Frank als Co-Trainer und Moritz Mayer als Goalie-Coach. Neu im Staff war Stefan Wiedmaier als Director of Player Development.

Im Tor sollte Alexander Schmidt Max Zimmermann ersetzen, in der Verteidigung nahm man unter anderem Kele Steffler fix unter Vertrag und holte Sebastian Zauner. Für die Offensive wurden mitunter Tim Coffman, der MVP der Vorsaison Ethan Szypula sowie Paul Schmid verpflichtet. Gleich mehrere junge Spieler, einige vom EC VSV waren ebenfalls neu mit dabei. Später in der Saison stieß auch noch Blaz Tomazevic zum Team – doch dazu später mehr.

Mit zwei knappen Heimsiegen gegen Jesenice und Sterzing startete man gut in die Saison, auswärts tat man sich zunächst schwerer. Eine klare 1:5-Niederlage in Salzburg zeigte, dass noch nicht alles in Butter war. Marcel Rodman bezeichnete diese Frühphase der Saison später als eine Art „Meisterkater“.

Nicht unbedingt hilfreich war zudem, dass einmal mehr Verletzungen das Bild prägten. Leistungsträger wie Huard, Coffman, Steffler oder Cuma fielen über Wochen aus. Besonders bitter: Ethan Szypula, wohl der Königstransfer des Sommers, verletzte sich bereits am siebten Spieltag Mitte Oktober so schwer, dass er erst im Januar zurückkehren konnte. Als Reaktion verpflichtete man Blaz Tomazevic nach – ein echter Glücksgriff. Der Slowene wurde rasch ein integraler Bestandteil der starken zweiten Linie rund um Kapitän Wilfan und Jennes.

Die Eisbären trotzen den vielen Ausfällen insgesamt hervorragend. Man war über die gesamte Saison hinweg immer in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen, auch wenn man nie ganz vorne lag. Es war nicht alles perfekt, immer wieder waren auch empfindliche Niederlagen dabei – das 1:5 zuhause gegen Schlusslicht Unterland bleibt sicherlich in schlechter Erinnerung. Unterm Strich spielte der EKZ aber gutes Eishockey und wichtig: die Mannschaft steigerte sich mit Fortdauer der Spielzeit kontinuierlich.

Sehr erfreulich verliefen die Derbys: Alle drei Duelle gegen Kitzbühel konnten gewonnen werden, und auch gegen Salzburg hatte man – mit Ausnahme des ersten Spiels – die Oberhand.

Bemerkenswert war von Beginn an auch der Zuschauerzuspruch. Selbst im Herbst, ganz ohne Tourismus, waren konstant rund 2.000 Fans in der KE KELIT Arena. Die Mannschaft dankte es mit Einsatz und Leistungen.

Das Heimspiel gegen die Red Bull Hockey Juniors am 22.11. im Rahmen der Charity Hockey Night zugunsten von Corin Konradsheim (7:4 Heimsieg) war dabei ebenso ein Highlight wie die Partien rund um Weihnachten und Neujahr. Besonders in Erinnerung bleibt der 5:4 Penaltysieg gegen die Rittner Buam vor vollem Haus– vielleicht das spektakulärste dieser Spiele.

Am Ende beendete man den Grunddurchgang auf Platz 2 – eine mehr als anständige Ausgangsposition.

 

Österreichischer Titel und perfekte Master Round

Es folgte die Master Round sowie das Finale um die österreichische Meisterschaft gegen Salzburg.

Nach einem 3:3 im Hinspiel in Zell am See entwickelte sich auch das Rückspiel im Volksgarten zu einem echten Drama. Die Eisbären, unterstützt von mehreren hundert mitgereisten Fans, drehten ein 0:2 noch in einen 4:2-Sieg und sicherten sich damit den Titel.

Marcel Rodman meinte danach: „Wir hatten Leidenschaft, Willen und haben es bis zum Ende durchgezogen. Jeder hat gekämpft und dadurch haben wir es uns verdient.“

Die Master Round verlief anschließend schlicht phänomenal – und ist historisch. Gegen die besten Teams der Liga feierte der EKZ acht Siege in acht Spielen. Zwei weitere Derbyerfolge gegen Salzburg machten das Ganze noch umso bekömmlicher. Die Mannschaft hatte sich gefunden und zeigte ihr gesamtes Potenzial.

 

Playoffs enden im Halbfinale

In den Playoffs hatte Zell am See als Sieger der Master Round Pickrecht und startete jede Serie mit Heimrecht. Im Viertelfinale entschied man sich für das formell bestgereihte Team, die Wipptal Broncos – ein mittlerweile bestens bekannter Gegner.

Während andere Teams mit viel Selbstvertrauen aus den Pre-Playoffs kamen, konnte man Sterzing in der Master Round zweimal klar schlagen. Zudem kannte man die Broncos mittlerweile sehr gut.

Die Serie entwickelte sich zu einer äußerst physischen Angelegenheit. Die Südtiroler warfen alles in die Waagschale und agierten am Limit. Nach einem 4:1-Heimsieg und einer 2:5-Auswärtsniederlage zeigten die Eisbären eine starke Reaktion. Sie stellten sich besser auf das Spiel des Gegners ein, zeigten, wie schon die ganze Saison über, dass sie ebenfalls sehr körperbetontes Eishockey spielen können und gewannen die nächsten drei Partien (5:2, 3:1, 7:1). Mit 4:1 in der Serie zog man ins Halbfinale ein.

Dort wartete mit dem HC Gröden ein Gegner, der sich rechtzeitig in Topform gebracht hatte. Nach einem durchwachsenen Herbst steigerten sich die Südtiroler kontinuierlich, eliminierten in den Pre-Playoffs Kitzbühel und im Viertelfinale sogar Grunddurchgangssieger Salzburg.

Eng verbunden mit diesem Aufschwung war der späte Neuzugang im Tor: Clas Endre – und genau dieser sollte sich auch für den EKZ als Sargnagel erweisen. Weitere Nachverpflichtungen wie Dostalek oder Brighenti werteten den ohnehin bereits starken Kader zusätzlich auf.

Gröden spielte ein völlig anderes System als Sterzing: deutlich defensiver, extrem diszipliniert, auf Konter lauernd, taktisch sehr sauber und gleichzeitig mit viel Selbstvertrauen.

Die Serie verlief entsprechend eng. Spiel 1 gewannen die Eisbären knapp in der Overtime, Spiel 2 ging – wie schon im Viertelfinale – verloren. Danach legte man zuhause wieder vor. Das 2:1 war zwar ergebnistechnisch knapp, die Leistung machte aber Hoffnung.

Dennoch folgte auswärts eine bittere 1:2-Niederlage. Chancen waren genug vorhanden, Szypula vergab im dritten Drittel sogar einen Penalty. Am Ende verlor man durch ein spätes Gegentor äußerst unglücklich.

In einer derart engen Serie entscheiden Kleinigkeiten. Ein Schuss an die Latte statt ins Tor, ein strenger Pfiff gegen das eigene Team oder eine ausbleibende Strafe auf der anderen Seite. Dazu noch die eine oder andere Verletzung eines Schlüsselspielers, wie etwa die Unterkörperverletzung von Tim Coffmann.

Die unglückliche Krönung folgte in Spiel 5: Sekunden vor Schluss der Ausgleich für Gröden – nach einem harmlosen Dump, der derart kurios von der Bande zurückspringt, dass man es sich kaum ausdenken kann. Statt Matchpucks für die Eisbären kippte das die Serie.

Die Entscheidung fiel in Spiel 6 – und dieses Match spiegelte das Halbfinale wider. Zell läuft an, erspielt sich Möglichkeiten, scheitert aber immer wieder an Clas Endre. Gröden hingegen zeigt sich eiskalt und nutzt seine Chancen konsequent.

Damit endet die Saison für die Eisbären im Halbfinale. Der HC Gröden spielt gegen Meran um den Titel.

Fazit & Statistiken

Am Ende steht Platz 3. Klar ist: Das ist früher als man es sich erhofft hatte. Klar ist auch, dass die Enttäuschung darüber, so kurz nach dem Ausscheiden noch spürbar ist.

Nüchtern betrachtet war es aber erneut eine mehr als anständige Saison. Mit dem Titelgewinn der Österreichischen Meisterschaft, der perfekten Master Round, vielen starken Spielen und einer Mannschaft, die trotz zahlreicher Verletzungen konstant auf hohem Niveau performt hat. Junge Spieler mussten/durften einspringen und konnten so wertvolle Erfahrungen sammeln.

Eine Saison mit vielen schönen Momenten und Erinnerungen, die bleiben werden.

Statt einer ganzen Litanei an Statistiken aufzuzählen, möchten wir uns hier auf die wichtigste von allen beschränken: den Zuseherzuspruch.

Knapp 2300 Fans kamen im Schnitt zu den 29 Heimspielen in die KE KELIT Arena – erneut klarer Bestwert in der Liga und noch einmal eine Steigerung im Vergleich zur bereits grandiosen Vorsaison. In absoluten Zahlen sind das gesamt 65.425 Besucher gewesen. Mehr als 1111 Saisonkarten, ebenfalls Rekord! Etliche weitere Fans verfolgten die Spiele der Eisbären via Livestream, auch bei den gelösten Tickets auf valcome.tv ist der EKZ die Nummer 1.

Und genau das ist letztlich die Grundlage für alles, was hier möglich ist. Ohne Sponsoren, Mitglieder, Unterstützer, Helfer, Dienstleister und ohne die Fans wäre Eishockey in dieser Form in Zell am See nicht denkbar.

Ihr macht diesen Standort zu dem, was er ist: Hockeytown! Oder anders gesagt:
Ohne euch gäbe es den EKZ in dieser Form nicht.

Danke.