Am Dienstagabend bat Headcoach Marcel Rodman seine Mannschaft zum ersten gemeinsamen Eistraining der Saison 2026/27. Von gemütlichem Eingewöhnen war dabei wenig zu sehen: Von der ersten Minute an wurde mit hohem Tempo und großer Intensität gearbeitet. Bei der anschließenden Pressekonferenz wurde zudem ausführlich auf die kommende Spielzeit geblickt.
Mit Ausnahme von Paul Reiner, der sich noch in Graz befindet, sowie Jakob Sintschnig und Kevin Mandl, die aktuell noch beim EC VSV in Villach sind, war der gesamte Kader zum Trainingsauftakt auf dem Eis. Auch die zahlreichen Neuzugänge bekamen damit erstmals die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren neuen Teamkollegen in der KE KELIT Arena zu trainieren.
Bei der anschließenden Pressekonferenz stellten sich Headcoach Marcel Rodman, Geschäftsführer Patrick Schwarz, Stürmer Philip Putnik, Verteidiger Sebastian Zauner und Neuzugang Max Coatta den Fragen der Journalisten. Dabei standen neben den ersten Eindrücken vor allem die Veränderungen im Kader, die Spielidee und die Ziele für die kommende Saison im Mittelpunkt.
Für Max Coatta verliefen die ersten Tage in Zell am See ganz nach Wunsch. Sowohl die Region als auch das Umfeld des Vereins hätten ihn von Beginn an überzeugt. Ausschlaggebend für seine Entscheidung für den EKZ war aber vor allem der sportliche Anspruch: „Dieser Verein will gewinnen.“ Seine eigenen Stärken sieht der US-Amerikaner vor allem in seiner Einsatzbereitschaft und im Torabschluss. Er wolle sich für keine Arbeit zu schade sein, gleichzeitig sieht er sich als Shooter und Scorer und möchte diese Qualitäten künftig für die Eisbären einbringen.
Auch Marcel Rodman zeigte sich mit dem ersten Training zufrieden. Aufgrund der hohen Temperaturen sei das Eis zwar noch etwas schwer zu bespielen gewesen, dennoch habe die Mannschaft von Beginn an ein ordentliches Tempo an den Tag gelegt. An der grundsätzlichen Ausrichtung soll sich wenig ändern: Die Eisbären wollen weiterhin aggressives Eishockey spielen, viel Druck erzeugen und dem Gegner ihr Spiel aufzwingen. Gleichzeitig soll das eigene Spiel mit der Scheibe weiter verbessert werden. „Das Team ist etwas schneller, größer und jünger geworden – und vor allem hungriger“, fasste Rodman die Entwicklung zusammen. Nach einer ordentlichen vergangenen Saison sei die Mannschaft phasenweise vielleicht etwas satt gewesen. Nun soll mit frischem Wind angegriffen werden.
Auch innerhalb der Mannschaft ist die Vorfreude auf die neue Saison groß. Für Philip Putnik stand der Sommer diesmal vor allem im Zeichen einer besonderen Veränderung: Der Stürmer wurde unlängst Vater. Dennoch bleibt genügend Zeit, um sich für die neue Spielzeit wieder in Form zu bringen. Doch egal, wie viel man laufen geht, wie viele Kilometer man am Ergometer auch abspult, das Gefühl am Eis ist unersetzlich. Gleichzeitig blickt Putnik auf die Lehren aus der vergangenen Saison zurück. Nach der herausragenden Master Round habe man etwas den Hunger verloren, zudem hätten einmal mehr kleine Details den Unterschied ausgemacht. Für die kommende Spielzeit sei es deshalb entscheidend, wieder als Mannschaft zusammenzuhalten und wie eine Familie zu agieren: „Die Mannschaft, die das am besten hinbekommt, steht meistens ganz oben.“ Genau dafür sei die Vorbereitung da – um aus vielen einzelnen Spielern wieder eine Einheit zu formen.
Sebastian Zauner kennt diese Phase bereits aus vielen Jahren im Profieishockey. Jedes Jahr sei es aufs Neue spannend, wenn eine Mannschaft zusammenwachse. Die Sommerpause biete zudem die Möglichkeit, kleinere Wehwehchen auszukurieren, die sich während einer langen Saison ansammeln. Mit Blick auf die neu formierte Defensive sieht er eine klare Aufgabe: Das Spielsystem müsse möglichst schnell adaptiert und verinnerlicht werden. „Genau dafür ist die Vorbereitung da“, so Zauner.
Patrick Schwarz erklärte die Beweggründe und die Strategie bei der Zusammenstellung des neuen Kaders. Nach den erfolgreichen vergangenen Jahren soll ein neuer Grundstock geschaffen werden, von dem der EKZ möglichst über mehrere Saisonen profitieren kann. Diese Herangehensweise habe in den vergangenen fünf Jahren mit drei Titeln bereits gut funktioniert. Bei der Auswahl der neuen Spieler sei deshalb nicht nur die sportliche Qualität entscheidend gewesen. „Sie müssen die Klub-DNA leben und die Werte des EKZ verkörpern“, betonte Schwarz. Auf dem Eis gelte es, alles liegenzulassen, hart zu spielen, viel zu laufen und dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen. Wenn man diesen Anspruch erfülle und trotzdem einmal nicht gewinne, könne man damit leben.
Auch die Konkurrenz wird in der kommenden Saison wieder groß sein. Als größten Rivalen sehen Rodman und Schwarz weiterhin den EC Kitzbühel. Sportlich besonders stark schätzen sie zudem Ritten ein, das sich namhaft verstärkt hat. Auch Asiago hat aufgerüstet, während Sisak und die RB Hockey Juniors ebenfalls zu den Teams gehören, die vorne erwartet werden. Gleichzeitig sei traditionell auch mit einer Überraschungsmannschaft zu rechnen. Respekt habe man vor allen Gegnern, Angst allerdings vor niemandem. Gerade in Zell am See soll es für die Gäste erneut schwierig werden, Punkte mitzunehmen. Besonders die Derbys gegen Kitzbühel und Salzburg werden auch für Rodman wieder zu den Höhepunkten der Saison zählen.
Abseits des Sports war der Sommer für den EKZ ebenfalls arbeitsreich. Schwarz zeigte sich erfreut, mit Fair-Bund einen neuen Hauptsponsor gewonnen zu haben – gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten alles andere als selbstverständlich. Auch im Bereich Infrastruktur wurden bereits weitere Anpassungen umgesetzt beziehungsweise befinden sich in Planung. Insgesamt sei die Sommerpause organisatorisch äußerst intensiv gewesen und regelrecht verflogen.
Nun geht der Blick aber wieder aufs Eis. Die ersten intensiven Einheiten sind absolviert, die neue Mannschaft hat erstmals gemeinsam gearbeitet und die nächsten Wochen bieten ausreichend Gelegenheit, weiter zusammenzuwachsen. Der Weg bis zum Saisonstart ist noch lang – die Richtung ist allerdings bereits vorgegeben.