Es fehlen einem die Worte, ein unglaubliches Spiel. Die Zeller sind 0:2 hinten, gleichen u.a. durch ein Traumtor vor Berger aus. Jesenice geht erneut in Führung, ehe Jennes mit dem nächsten Traumtor noch einmal ausgleicht. Als in den Schlussminuten der Siegtreffer zum 4:3 gelingt brechen in der rappelvollen KE KELIT Arena alle Dämme. Die Eisbären führen in der Serie jetzt mit 2:1 und können sich mit einem Auswärtssieg am Sonntag bereits erste Meisterschaftspucks sichern.
Volles Stadion, großartige Stimmung, bereits vor dem Eröffnungsbully, die Eisbären mit dem gleichen Lineup wie zuletzt. Der EKZ hat, wie bisher in jedem Spiel, eine gute Anfangsphase, Stiegler und Ban haben die erste gute Möglichkeit der Partie. Nach sechs Minuten hat Huard die Führung auf der Schaufel und nur kurz darauf kommen Putnik und Rappold zu einem 2 gegen 1 Konter, eingeleitet von Berger. Jesenices Schüsse sind zumeist leichte Beute und die Zeller sind hier anfangs definitiv die tonangebende Mannschaft. Mit Fortdauer der Partie werden die Gäste aber stärker und finden besser ins Spiel. Mit ihrer ersten echten Druckphase gehen sie in Minute 18 auch prompt in Führung. Der EKZ muss im zweiten Spielabschnitt etwas aggressiver agieren und mehr schießen, zu oft versucht man den Puck zu sehr ins Tor zu tragen.
Das zweite Drittel wird durch einen gut angetragenen, sehr platzierten Schuss von Putnik eröffnet, Gästekeeper Us pariert aber stark. Die Slowenen sind effizienter, kaum sind sie erstmals im Angriff, erhöhen sie auf 2:0 nach 22 Minuten. Die Eisbären sind etwas geschockt und tun sich, außer bei einer Huard Möglichkeit, schwer ein Durchkommen zu finden. Nachdem der stets aktive Huard unfair am Abschluss gehindert wird, gibt es ein erstes Powerplay in der hart geführten Partie. Nach einem Flüchtigkeitsfehler ist zunächst Jesenice gefährlich, dann zeigt aber Berger einen Geniestreich. Aus schier unmöglichem Winkel findet er eine Mini-Lücke an der kurzen Ecke und trifft zum wichtigen 1:2 Anschlusstreffer. Die KE KELTI Arena brennt und obwohl Jesenice weiter stark spielt, sind die Zeller am Ausgleich dran. Riesenglück für die Gäste, nach 34 Minuten, als Zan Us ein Egger Schuss durch die Beine schlüpft, aber am Pfosten hängen bleibt. Johansson dann mit der scharfen Hereingabe vom linken Flügel, McLeod ist in der Mitte sehr präsent und sorgt dafür, dass letztlich ein Jesenice Verteidiger den Puck ins eigene Tor abfälscht, 2:2. Berger versucht es noch einmal wie beim ersten Tor, Us kann parieren, indem er das Tor verschiebt. Gästeverteidiger Urukalo bettelt noch um eine Strafe, die Schiedsrichter kommen seinem Wunsch aber nicht nach, dann geht es mit dem 2:2 in die zweite Pause.
Im Schlussabschnitt kommt Jesenice gut aus der Kabine, Lesnicar zieht gefährlich ab. Im Gegenzug ist Huard knapp am Führungstreffer dran. Dann wieder die Gäste, Bohinc mit einem starken Antritt, er zieht hinterm Tor vorbei, legt die Scheibe ideal auf für Jenko und dieser hat aus kurzer Distanz keine Probleme und bringt die Slowenen erneut in Führung. Das Match ist ausgeglichen, erneut Bohinc für Jesenice und McLeod auf Johansson. Das absolute Highlight und wahrscheinlich Tor der Saison gelingt dann aber Christian Jennes. Die Nummer 23 des EKZ bekommt den Puck, zieht hinters Tor, legt sich die Scheibe auf die Schaufel und erzielt ein Michigan-Tor zum 3:3 Ausgleich. Die KE KELIT Arena steht Kopf, die Stimmung explodiert. Ein Wermutstropfen aber: Jesenice rächt sich für dieses Traumtor und Lyons checkt Jennes nach dessen Treffer hart, sodass der Stürmer verletzt in die Kabine muss. Das Match ist auf Messers Schneide, Koblar hat eine Großchance für die Gäste. Dann wieder die Eisbären, bereits in den Schlussminuten. Nach einer Torgelegenheit, Bully im Angriffsdrittel. Die Scheibe kommt zu Predan und die Nummer 9 des EKZ erzielt gut eine Minute vor Spielende das 4:3. Noch ist es nicht vorbei, es gibt eine Strafe gegen die Zeller, Jesenice natürlich ohne Torhüter mit 6:4 Überzahl, sie drücken nochmal auf den Ausgleich. Die Cracks von Marcel Rodman verteidigen mit unglaublicher Leidenschaft, Devin Steffler, Huard, Cuma – jeder wirft sich in die Schüsse. Dann der erlösende Schlusspfiff, Rangeleien zum Abschluss, die Schiedsrichter haben alle Hände voll zu tun. Was für ein Drama, was für ein Spiel! Die Eisbären gewinnen diesen Thriller mit 4:3 und gehen in der Finalserie in Führung.
Eisbärenstürmer Matt McLeod: „Was soll ich sagen, das war wahrscheinlich das verrückteste Spiel, bei dem ich mitgespielt habe. Ein großer Sieg für uns, sensationelle Tore, so in der Serie Führung gehen zu können ist massiv wichtig. Die Fans waren irre, die Halle hat gerockt. Ich bin extrem glücklich, wir sind 0:2 hinten, kämpfen uns zurück, dann 2:3, 3:3 und dann eine gute Minute vor Spielende das 4:3. Das macht großartige Eishockeyspiele aus, ich bin so stolz auf die Jungs. Zwei Siege fehlen uns noch, zweimal noch gewinnen, das müssen wir schaffen!“
ALPS HOCKEY LEAGUE | Playoffs| SAISON 2024/2025 | Finale Spiel 3
EK Zeller Eisbären vs. HDD SIJ Jesenice 4:3 (0:1/2:1/2:1)
Torfolge:
0:1 |18.| SVETINA Erik (EQ)
0:2 |23.| LYONS Jack (EQ)
1:2 |32.| BERGER Hubert (PP1)
2:2 |37.| JOHANSSON Robin (EQ)
2:3 |42.| JENKO Jasa (EQ)
3:3 |53.| JENNES Christian (EQ)
4:3 |59.| PREDAN Aljaz (EQ)
SR: Bulovec / Snoj
ZS: 2539