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SPIEL 1 GEGEN WIPPTAL BRONCOS

MO, 09.03.2026  |  11:45 Uhr

Die fünfte Jahreszeit beginnt – die schönste Zeit für jeden Eishockeyfan, und gleichzeitig wird es jetzt richtig ernst. Morgen starten die Eisbären in die Playoffs der Alps Hockey League, im Viertelfinale wartet mit Sterzing ein alter Bekannter. Zuhause will der EKZ vorlegen und einen ersten Schritt in die richtige Richtung machen.

Es war sicher keine leichte Entscheidung für die Verantwortlichen beim EKZ, welche Mannschaft man sich als Gegner fürs Viertelfinale aussuchen soll. Schwache Teams gibt es nicht mehr. Letztlich entschied man sich mit den Wipptal Broncos für einen Gegner, den man mittlerweile bestens kennt.

Vor zwei Jahren sweepten die Südtiroler die Eisbären im Viertelfinale und gewannen die Serie mit 4:0. Im Vorjahr dann die Revanche: Dieses Mal war es der EKZ, der Sterzing im Halbfinale mit 4:0 eliminierte und später den Titel holte. Und auch in dieser Spielzeit gab es bereits fünf Aufeinandertreffen. Im Grunddurchgang gewann der EKZ einmal daheim und einmal auswärts mit 3:2 und 4:2, verlor das zweite Heimspiel mit 3:4. Deutlicher fielen die Ergebnisse in der Master Round aus – Zell am See gewann beide Duelle mit 7:2 und 9:2. Unterm Strich also vier Eisbärensiege in fünf Begegnungen.

So sehr beide Teams also auch miteinander vertraut sind, klar ist auch: Es geht auch in dieser Playoffserie wieder bei null los und die Vergangenheit hat nur bedingt Aussagekraft. Einerseits ist klar, dass keine der beiden Mannschaften plötzlich ihren kompletten Spielstil umkrempeln wird, andererseits haben Playoffs oft eigene Gesetze und das Eishockey, das dort gespielt wird, unterscheidet sich doch von dem in der Regular Season. Es ist härter, direkter, kämpferischer, schnörkelloser.

Das sind allesamt Attribute, die auch zu den Sterzinger Kerntugenden zählen. Die Broncos pflegen genau diesen Spielstil: schnörkellos, physisch, geradlinig. Der Gegner der Eisbären ist nicht umsonst zum sechsten Mal in Folge in den Playoffs dabei. Die Wipptaler haben sich absolut als Spitzenmannschaft in der Alps Hockey League etabliert und schafften es auch in dieser Saison unter die Top 5. Sie verkraften den einen oder anderen Abgang immer wieder, halten aber ihren Mannschaftskern beisammen und haben eine klare Spielidee entwickelt. Trainer Johan Sjöquist ist bereits in seiner dritten Saison der Chef hinter der Bande, ihm assistiert Alexander Gschliesser. Präsident Stephan Troyer, Sportmanager Egon Gschnitzer und das ganze Team dahinter arbeiten beständig am Erfolg. Wie der Verein etwa mit der Hallenthematik umgeht (im Februar 2021 stürzte die dortige Eishalle ein), verdient Respekt. Das zeltähnliche Ersatzstadion bietet stets eine besondere Atmosphäre.

Der Kader ist von vorne bis hinten gut besetzt. Tormann Groh hat u. a. Erstligaerfahrung mit Znaim und zählt sicher zu den besten in der Alps Hockey League. In der Verteidigung hat man gute einheimische Spieler sowie mit Kantgias und Rämö zwei Legionäre. Das absolute Prunkstück ist aber sicher die Offensive. Cianfrone, Livingston, Sanvido, Sproviero, Kapitän Eisendle, Conci, Zandegiacomo, Zecchetto, Gschliesser usw. – viele bekannte Namen, die allesamt gut schießen können und jederzeit für ein Tor gut sind. Bester Scorer ist Bryson Cianfrone mit 20 Toren, 37 Vorlagen und einer starken +/- Wertung von +22. Sproviero mit 50 Punkten (18 Tore, 32 Vorlagen) und Conci mit 43 (22/21) haben ebenfalls Topwerte.

Doch genug Rosen gestreut, es gibt auch Schwachpunkte bei den Broncos. Zuvorderst sei hier die mangelnde Disziplin genannt, die sich wie ein roter Faden durch diese Spielzeit zieht. Mit 537 Strafminuten ist man das „böseste“ Team der Liga, keine andere Mannschaft musste so lange auf der Strafbank Platz nehmen. Bedenkt man das exzellente Powerplay der Eisbären (27,3 %), könnte das ein entscheidender Faktor werden. Immerhin ist das Unterzahlspiel aber recht gut: 82,3 % – fast der gleiche Wert wie beim EKZ (82,4 %). Das Powerplay der Wipptaler ist so mittelmäßig, 18,8 % ist jedenfalls kein absoluter Topwert.

Ebenfalls zu erwähnen ist die aktuelle Formkurve – die ist nämlich nicht gut. Nur drei Punkte konnten die Sterzinger in der Master Round einfahren: eine Overtime-Niederlage gegen Asiago und ein Sieg im Penaltyschießen gegen Sisak. Ansonsten sechs Schlappen nach 60 Minuten, wirklich deutlich waren aber nur die beiden Niederlagen gegen Zell am See. 39 Gegentreffer in acht Spielen bedeuten im Schnitt fast fünf Gegentore pro Spiel – eindeutig zu viel.

So sehr die Wipptal Broncos also Respekt verdienen, eine kuriose Statistik begleitet die Südtiroler bereits seit einigen Jahren: In den vergangenen fünf Spielzeiten wurde stets jene Mannschaft am Ende Meister, die Sterzing in den Playoffs eliminieren konnte. Ein gutes Omen also für jeden Gegner – und Selbstvertrauen haben die Zeller derzeit ohnehin genug. Mit acht Siegen aus acht Spielen ist der Eisbärenexpress unaufhaltsam durch die Master Round gepflügt, „nebenbei“ hat man auch noch den Titel als österreichischer Meister eingefahren. +26 die Tordifferenz, 39 erzielte Treffer, nur 13 erhalten und 11 Punkte Vorsprung auf Platz zwei – das ist ein Ausrufezeichen. Auch wenn man sich dafür noch nichts kaufen kann, so unterstreicht es doch die Topform, in der sich die Blau-Gelben befinden. Nach der perfekten Master Round geht der EKZ zwar als Favorit in die Serie, in Zell am See sieht man das aber weniger als Bürde, sondern vielmehr als Auszeichnung für die bisherige Saison. Headcoach Marcel Rodman hat es wieder geschafft, dass die Mannschaft genau dann, wenn es darauf ankommt, ihr bestes Eishockey spielt. Jeder Spieler kämpft für den anderen, man tritt geschlossen als Mannschaft auf, die Special Teams funktionieren, man spielt taktisch clever – hinten gut, vorne stark. Es fällt schwer, ein Haar in der Suppe zu finden.

Mit diesem Selbstvertrauen und dem Wissen um die eigene Stärke brennt das Team auf das morgige erste Heimspiel. Man wird den Gegner sehr ernst nehmen und keinen Fußbreit vom Gaspedal gehen. Von der ersten Minute an Powereishockey zeigen und so weiterspielen wie zuletzt. Das Ziel ist klar: Sieg 1 in dieser Best-of-Seven-Viertelfinalserie!

 

Eisbären Kapitän Max Wilfan: „Die ganze Mannschaft freut sich, dass die Playoffs am Dienstag losgehen, es ist die beste Zeit des Jahres. Wir haben eine großartige Master Round gespielt und wollen dieses erfolgreiche Hockey auch in den Playoffs zeigen. Gleichzeitig geht alles wieder bei null los. Wir müssen bereit sein und werden bereit sein. Ich hoffe, dass wir denselben Spielstil fortführen können, und wir sind voller Vorfreude auf Dienstag.“

Spielbeginn in der KE KELIT Arena ist morgen um 19:30 Uhr. Tickets sind bereits erhältlich: https://www.ticket-onlineshop.com/ols/eisbaeren/

Gewohnt kompetent kommentierter Livestream zur Partie: valcome.tv. (Playoff-Pass um 50€).

 

ALPS HOCKEY LEAGUE | Playoffs Viertelfinale | SAISON 2025/2026 | Spiel 1

EK Zeller Eisbären vs. Wipptal Broncos Weihenstephan 0:0 (-:-/-:-/-:-)

Di, 10.03.2026 | 19:30 Uhr, KE KELIT Arena Zell am See

SR: Pinie/Winkler