Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen, seitdem sich die Zeller Eisbären, nach der Niederlage im Showdown um den Viertelfinaleinzug gegen den EHC Lustenau, in der heimischen KE KELIT Arena von ihren treuen Fans verabschieden mussten und damit eine durchwegs positive Saison viel zu früh zu Ende ging, aber der Reihe nach...
...im zweiten Jahr nach der Rückkehr in die Alps Hockey League, galt es die Euphorie, die im Aufstiegsjahr entfacht wurde, hochzuhalten. Nach einer ausgiebigen Saisonanalyse machte man sich an die Kaderplanung. Leistungsträger aus der Vorsaison, wie Mannschaftskapitän Hubert Berger, oder etwa der während der Saison 2021/22 gekommene Max Zimmermann konnten rasch verlängert werden, während man sich bei den Imports im Angriff auf die Suche nach Verstärkungen machte. Neben Aleksi Hämäläinen konnte man den Publikumsliebling und Topscorer der Saison 2019/20 Tomi Wilenius zurück in den Pinzgau lotsen, aber auch Bundesliga erprobte Spieler wie Fabio Artner, Patrik Kittinger und Bene Wohlfahrt folgten dem Ruf der Eisbären.
Aufmerksamkeit und Erwartungshaltung gestiegen!
Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung, die für viele doch überraschend starke Comeback-Saison 2021/22 und nicht zuletzt die durchwegs starken und namhaften Sommerverpflichtungen, stieg auch die Erwartungshaltung im Pinzgau. Binnen zwölf Monaten avancierten die Eisbären für viele vom Aufsteiger zum Titel(mit)Favoriten! Spätestens als dann zu den ersten beiden Saisonspielen Ende September, jeweils weit mehr als 1000 Zuseher in die KE KELIT ARENA pilgerten und damit auch die Mediale-Aufmerksamkeit deutlich anstieg, nahm auch der Druck von außen zu. Einen Druck den die Mannschaft zu Saisonbeginn in positive Energie umwandeln konnte. In der Hinrunde mussten die Pinzgauer lediglich vier knappe Niederlagen einstecken, wobei man den 3:2 Derbysieg gegen die Kitzbühler Adler, vor erstmals (fast-) ausverkauften Rängen, als Highlight herausstreichen darf.
Verpatzter Rückrundenstart brachte erneuten Trainerwechsel!
Nach dem International-Break kam der Eisbären-Express plötzlich ins Straucheln. Sechs Niederlagen in den folgenden sieben Spielen führten dazu, dass Martin Ekrt seinen Sessel räumen musste. Mike Flanagan übernahm und führte die Zeller um die Weihnachtszeit zurück auf die Siegesstraße. Für die direkte Playoff-Teilnahme kam der Turnaround jedoch zu spät. Am Ende fehlten lediglich vier Punkte auf die erstmalige direkte Playoff-Qualifikation in der Vereinsgeschichte!
Mit neuem System brachte man sich im Jänner in Position!
Von Woche zu Woche fing das neue System unter Headcoach Mike Flanagan besser zu greifen an. Mit 6 Bonuspunkten, 3 Siegen und einer knappen Overtime Niederlage aus den ersten vier Spielen in der Qualifikationsgruppe A konnten die Zeller bereits im Jänner einen großen Schritt Richtung Gruppensieg machen. Zudem konnte man im Jänner mit zwei ungefährdeten Siegen, gegen den zu diesem Zeitpunkt amtierenden österreichischen Meister der Alps Hockey League, dem EC Bregenzerwald, ins Finale der zweithöchsten österreichischen Leistungsstufe einziehen.
Eisbären krönen sich zum österreichischen Staatsmeister der Alps Hockey League!
Seit der Gründung der Zeller Eisbären im Jahr 1928, konnte man bis zur heurigen Saison 6. Titel (1979/1986/1990/1991/2003/2005) in Österreichs zweithöchster Spielklasse, als größte sportliche Erfolge für sich verbuchen. In der heurigen und damit 95. Spielzeit des Zeller Traditionsvereins gelang es nach 18 Jahren an die erfolgreichen Zeiten Anfang der 2000er Jahre anzuschließen und den Pot ein siebtes Mal in den Pinzgau zu holen! Vor allem die Art und Weise sorgte für Schlagzeilen. „Wie in einer Cinderella -Story“, oder „Als hätte Hitchcock das Drehbuch geschrieben“ titelten die größten Printmedien des Landes. Nach einer klaren 0:3 Niederlage zu Hause vor ausverkauftem Haus folgte eine Aufholjagd samt Siegestreffer in der Overtime und das ganze vor über 600 frenetischen Eisbärenfans im Salzburger Volksgarten!
Zell am See gewinnt die Qualifikationsgruppe A!
Aufgrund eines überzeugenden Heimsieges im Showdown um den Gruppensieg in der Qualifikationsgruppe A, gegen die Wipptal Broncos aus Sterzing, konnte man trotz dreier Niederlagen, die Zwischenrunde gewinnen.
Böses Erwachen im Pre-Playoff!
Nur drei Wochen nach dem größten Triumph seit fast zwei Jahrzenten folgte im Pre-Playoff gegen den EHC Lustenau das böse Erwachen. Während man im ersten Spiel der best-of-three Serie noch durchaus überzeugen konnte, erwischte man zwei Tage später in Lustenau einen rabenschwarzen Tag, bzw. fehlte auch das nötige Glück auf Seiten der Eisbären, was den Ausgleich in der Serie zufolge hatte. Im alles entscheidenden Do-or-Die Game vergangenen Samstag gelang es nicht an die Leistungsgrenze zu gehen, oder besser gesagt ein Mittel zu finden clevere Lustenauer zu besiegen. Natürlich kann man auch von einer unglücklichen Niederlage sprechen, wenn man sich die Statistiken genauer ansieht, besseres Powerplay, besseres Penaltykilling, mehr Zeit in der Offensive, mehr Torschüsse, mehr Bully gewinne und, und, und – und trotzdem muss man auch von Unvermögen sprechen, wenn man eine solche Überlegenheit nicht auszunützen weiß.
Zuschauerzahlen gingen in der Saison 2022/23 durch die Decke!
Bereits in der letzten Saison durften die Eisbären mit gesamt 19.300 Zusehern, was einen Schnitt von 839 Zuschauern pro Partie bedeutete (teilweise aufgrund der Pandemiebeschränkungen), die meisten Fans in der Alps Hockey League begrüßen. Das jeder im Folgejahr auf eine Steigerung hoffte ist klar, doch was den Verantwortlichen in der heurigen Saison gelang, dass wagte sich vor der Saison wohl keiner zu Träumen. Unglaubliche 38.611 Zuseher fanden den Weg in die KE KELIT Arena – Schnitt 1755!!! Zum einen gelang dies durch zahlreiche Marketingaktionen, zum anderen wurde nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz vieler helfender Hände jeder Spieltag zu einem wahren Erlebnis gemacht, garniert von einem überragenden Stadionsprecher Christoph Voithofer-Galgoczy, dem es Spiel für Spiel gelang die Arena in einen Hexenkessel zu verwandeln.
„Am Ende darf man nach dem Ausscheiden in den Pre-Playoff ́s natürlich nicht zufrieden sein. Der Modus sowie die best-of-3 Serie sind halt immer brandgefährlich, und das haben wir heuer beinhart zu spüren bekommen. Man muss daraus lernen und in weiterer Folge die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. Auf der anderen Seite darf man sich aber auch über eine großartige Saison freuen, in der man so viel erreicht hat“!
UNSERE REISE IST NOCH LANGE NICHT ZU ENDE!
Der Vorstand der Zeller Eisbären