Es ist alles angerichtet für ein großartiges Finale. Der EKZ misst sich mit dem slowenischen Topteam Jesenice und kämpft um den Titel in der Alps Hockey League. Beide Mannschaften spielen eine großartige Saison, am Samstag steigt Finalspiel 1 in der KE KELIT Arena.
Im Expresstempo endeten beide Halbfinalserien der diesjährigen Alps Hockey League Saison. Obschon die Spiele für sich stets eng waren, sind sowohl die Eisbären wie auch Jesenice mit einem Sweep, also vier zu null Siegen ins Endspiel eingezogen. Die Pinzgauer mussten den harten Brocken Sterzing besiegen, Jesenice hatte mit dem noch amtierenden Meister Ritten ebenso eine harte Nuss zu knacken.
Auch im Finale wird, wie es sich gehört, eine best-of-seven Serie gespielt, noch vier Siege trennen die beiden Teams also vom großen Ziel. Schaut man sich die Historie der beiden Mannschaften an, ist klar, dass diese Serie alle begeistern wird. Zell am See gegen Jesenice, das ist mittlerweile ein echter Klassiker in dieser Liga. Die Duelle sind mit das Beste an Eishockey was die Alps Hockey League zu bieten hat, immer hochklassig, attraktiv, spannend und hart umkämpft.
Es ist kein Zufall, dass sich diese beiden Vereine im Finale treffen, beide spielen eine großartige Saison. Die Slowenen beendeten den Grunddurchgang, haarscharf hinter Ritten auf Platz 3, die Eisbären gewannen diesen. Jesenice hatte die beste Verteidigung, den drittbesten Angriff und damit die zweitbeste Tordifferenz. Der EKZ die zweitbeste Defense, den fünftbesten Sturm, und die viertbeste Tordifferenz. Auch wenn unser Gegner in der Master Round etwas nachgelassen hat, pünktlich zu den Playoffs war man wieder da und eliminierte im Viertelfinale mit Cortina einen Mitfavoriten um den Titel mit 4:1. Im Halbfinale konnte man, wie bereits erwähnt die Rittner Buam viermal besiegen.
Die Slowenen haben, ähnlich wie die Eisbären, eine sehr ausgeglichene Mannschaft, mit vier gleichwertigen Linien. Ihr Spielstil ist oft eine Augenweide, tolles Kombinationsspiel, in Verbindung mit läuferischer Stärke. Übersehen wird dabei manchmal die defensive Stabilität, die sie ebenso mitbringen. Vergleicht man die einzelnen Mannschaftsteile, sind es spannende Duelle. Angefangen im Tor, treffen mit Max Zimmermann und Zan Us die zwei statistisch besten Schlussmänner dieser Saison, zwei echte Hexer aufeinander. Auch auf die Backups ist Verlass: Alois Schultes und Ralf Kropiunig bei Zell, Ziga Kogovsek bei Jesenice. Weiter in der Verteidigung, wo mit Maks Selan ein Ex-Eisbär am Werke ist. Mit seinen 36 Jahren ist er immer noch einer der offensivstärksten Verteidiger der Liga. Nejc Brus zeigt ebenfalls gute Scorerzahlen. Slibar, Lyons (Import aus Kanada), Urukalo, Sojer – die Defense steht gut. Jene der Eisbären braucht sich aber auch keineswegs verstecken, das hat man nicht zuletzt gegen Sterzing gesehen. Für Offensivpower sorgt Fredrik Widen, Tyler Cuma räumt vor dem Tor auf, wie kein zweiter, Bernhard Fechtig ist die Verlässlichkeit schlechthin, Lorenz Lindner hat voll eingeschlagen und ist nicht mehr wegzudenken, Max Egger ohnehin schon fast ein Eisbären Urgestein. Spieler wie Mario Altmann, mit seiner Größe, Reichweite und ungeheurer Erfahrung wünscht man sich in einem Finale, Timo Pallierer fällt nicht nur durch sein exzellentes Eislaufen auf, sondern kann mittlerweile auch Faustkämpfe gewinnen. Dazu noch die Steffler Brüder, die sich hervorragend eingefügt haben und Josef Flick der immer bereitsteht.
Im Angriff ist die Last auf mehreren Schultern verteilt, Jesenice hat eine beeindruckende Scoring Breite. Neun Spieler haben 10 oder mehr Tore erzielt, insgesamt haben 22 Spieler getroffen. Zum Vergleich sind es bei den Eisbären sieben Cracks mit 10 oder mehr Treffern, dafür 24 mit zumindest einem. Die beiden Finnen Sillanpää und Valtola (Siegtorschütze gegen Ritten) sind brandgefährlich. Der zweite Ex-Eisbär im Kader, Gregor Koblar, Kapitän Cimzar, sein Assistant Jenko oder auch Jaka Sturm, Erik Svetina und Tjas Lesnicar (Doppelpack im letzten Spiel) – die Auswahl an Klassespielern ist groß. Alle können sie hervorragend skaten und sind immer für einen Treffer gut. Die Eisbären können aber auch hier ihrerseits mit ganz viel Qualität aufwarten. Huard, ein unglaublicher Spielmacher und Wühler, Johansson, Kraftpaket, Leader und taktisch unglaublich intelligenter Spieler, der pfeilschnelle McLeod, Putnik mit seinem Torriecher, Berger mit seiner Übersicht, Rappold der das Gesamtpaket mitbringt. Youngster Koschek, der immer mehr aufblühende Predan, Wilfan, Eisbären Topscorer in den Playoffs, Stiegler, mit vollem Einsatz und Torriecher, der verantwortungsvolle Piuk und das Kraftpaket Widhalm. Daniel Ban mit seinen Skills und vielleicht werden auch Jennes und Artner noch rechtzeitig fit.
Trainer des HDD Jesenices ist der Finne Niko Eronen der trotz seiner 36 Jahre bereits mehrere Jahre Erfahrung mitbringt und den slowenischen Klub wieder ins Finale geführt hat. Für Marcel Rodman ist es immer ein besonderes Duell, geboren und aufgewachsen in Jesenice genießt er dort Heldenstatus. Jetzt coacht er den EKZ und will seinen ersten Titel als Trainer. Christoph Frank ist sein Co-Trainer.
Die bisherigen Saisonduelle spielen in den Playoffs nur eine untergeordnete Rolle, gehören selbstverständlich vor einem Finale aber angeführt. Aus Sicht der Eisbären 4:1, 2:4, 3:2 im Grunddurchgang und 4:3 nach Verlängerung & 4:2 in der Meisterrunde. Die Qualitäten der Zeller hat man gegen Sterzing wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mannschaftliche Geschlossenheit, Kampfgeist und Wille. Jeder ist bereit sich aufzuopfern, wirft sich in Schüsse, kämpft für seinen Nebenmann. Eine kompromisslose Defensive und eine unberechenbare, weil breit aufgestellte Offensive. Trotz aller Leidenschaft ist man nicht unbedacht, sondern bleibt auch in hitzigen Momenten cool und kann auch geduldig spielen. Taktisch ist man stets perfekt eingestellt, es gibt keine Überraschungen und kleinere Fehler in der Abstimmung werden noch während des Spiels korrigiert. Die Eisbären sind zu einer echten Spitzenmannschaft herangereift, die auch ein starkes Team wie Jesenice nicht zu fürchten braucht. Respekt ja, Angst sicher nicht, das ist das Motto.
Der letzte Faktor, das sind die Fans. Über 2000 Fans pilgern diese Saison durchschnittlich zu den Heimspielen des EKZ und unterstützen das Team sensationell. Jetzt steht das Finale vor der Tür, die Reise ist noch nicht beendet. In einem Duell, in dem Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen werden, braucht die Mannschaft den „siebten Mann“. Kommt am Samstag alle in die Eishalle und gebt den Spielern den Extra Boost, der vielleicht den Unterschied ausmachen kann! Ein gutes Omen noch, vor dem Finale: einschließlich der Saison 2020/21 ist immer die Mannschaft am Ende Meister geworden, die Sterzing in den Playoffs besiegen konnte.
Headcoach Marcel Rodman: „Jesenice ist sicher ein besonderer Platz für mich, ich bin dort aufgewachsen, habe dort Eishockeyspielen gelernt. Aber ich bin jetzt in Zell am See und hier Trainer, das ist mein Team, es zählt nicht so sehr, wer der Gegner ist. Dennoch habe ich großen Respekt vor Jesenice. Sie haben das ganze Jahr über gut gespielt und stehen jetzt auch im Finale. Sie sind eisläuferisch sehr stark und sie haben viele Spieler die Tore schießen können. Meistens spielen sie mit vollen vier Linien, ähnlich wie wir. Es ist sicher ein schwerer Gegner, vor dem ich großen Respekt habe. Wir werden uns noch ein paar Details anschauen, aber ich erwarte jedenfalls einen engen Kampf. Kleinigkeiten werden den Unterschied machen, wir wollen aber das beibehalten was uns bisher so erfolgreich gemacht hat und weiter so spielen.“
Stürmerass Nick Huard: „Wir freuen uns alle riesig über die Chance, die sich uns bietet. Wir haben diese Saison bereits einiges geleistet und am Samstag beginnt das Endspiel um den Meistertitel, das letzte Ziel, das wir uns bereits im August gesetzt haben.“
Spielbeginn ist am Samstag um 19:30 Uhr. Tickets zum Spiel: https://www.ticket-onlineshop.com/ols/eisbaeren/
Alternativ kommentieren Josef „Peppi“ Grabmayr und Dominik Wurzer gewohnt unterhaltsam und kompetent den Livestream zum Spiel auf valcome.tv
ALPS HOCKEY LEAGUE | Playoffs| SAISON 2024/2025 | Finale Spiel 1
EK Zeller Eisbären vs. HDD SIJ Acroni Jesenice 0:0 (-:-/-:-/-:-)
Sa, 05.04.2025 | 19:30 Uhr, KE KELIT Arena Zell am See
SR: Holzer / Lazzeri